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09.04.2011
Astronomietag Sternwarte Kronshagen


Ort: Sternwarte Kronshagen
Zeit: 16.00 - 23.00 MEZ
Instrumente: 20 cm Newton (Dobson) f=1200 mm


Am 9. April 2011 war wieder bundesweiter Astronomietag! Wir von der GvA-Kiel planten einige Dinge an der Sternwarte Kronshagen anzubieten. Dazu gehörten Vorträge, Besichtigungen des Astrokabinetts und bei klarem Wetter Beobachtungen von Sonne und später Mond, Sternhaufen und Saturn. Für die Vorträge bekamen wir einen Raum in der Schule zur Verfügung gestellt.

Dieses Mal wollte ich richtig dabei sein, und nicht nur abends nach der Arbeit für eine Stunde. Wegen meiner Wochenendarbeit nahm ich diesen Samstag rechtzeitig frei. Auch wollte ich einen Vortrag machen. Ich entschied mich für die Kugelsternhaufen - ein Thema, mit dem ich mich im März 2011 viel beschäftigt habe. Ende März 2011 erstellte ich schon mal die Powerpoint-Datei. Den Vortrag gab ich den Titel "Zwischen den Kugelsternhaufen".

Als kleine Sensation plante ich am Ende meines Vortrages noch einen kleinen Abstecher in das Planetensystem um den Stern HR 8799, von dem drei Planeten sogar direkt fotografiert werden konnten!

Aber wie sollte das Wetter werden? Eine Woche vorher riskierte ich schon mal einen Blick in die GFS-Karten. Sie zeigten für den 9. April ein dickes Hochdruckgebiet genau über Norddeutschland! Naja, dachte ich, wird sowieso nicht so kommen, da es noch zu lange hin ist... Aber das Hoch blieb in den Karten, und selbst einen Tag vorher, am Freitag, den 8. April 2011, war es immer noch da! So wie es aussah, sollte es ein klarer Tag werden.

Am Samstag, dem 9. April war es tatsächlich klar und komplett wolkenfrei. Also beschloss ich, mein Teleskop, den 20 cm Newton mitzunehmen, und damit einige Sonnenbeobachtungen zu machen, und später am Abend den Mond, Sternhaufen und einige interessante Sterne zu beobachten und zu zeigen.

Am frühen Nachmittag wurde nochmal die Wetterlage per Karten geprüft. Alles war hervorragend und die Nacht sollte auch klar werden. Anschließend sah ich nach, ob es vom Observatorium Kanzelhöhe schon eine Sonnenfleckenzeichnung vom aktuellen Tag gab. Es gab eine, und diese wurde gleich ausgedruckt. Auch die aktuellen Bilder von der Sonne von SOHO wurden auf einen Stick gespeichert. Man sollte schon wissen, was sich gerade auf der Sonne tut, auch im H-Alpha Licht. Daneben durfte die Powerpoint-Datei für meinen Vortrag nicht fehlen.

Mein Ordner mit dem Katalog der hellsten und sonnennächsten Sterne sowie einigen Grundlagen zu den Sternen wurde ebenfalls mit eingepackt. Dazu zwei Bilderbücher, den Zubehörkoffer für das Teleskop, eine Lampe mit roten und gelben Licht, die Digitalkamera, das Fotostativ und natürlich der Tubus des Teleskops und der Dobsonunterbau. Nachdem alles ins Fahrzeug gebracht wurde, packte ich vorsichtshalber noch Mütze und Handschuhe mit ein und dann ging es los zur Sternwarte.

An der Sternwarte wurden bei strahlend blauen Himmel zunächst die ersten Fotos gemacht. Einige Besucher waren schon da, darunter auch viele Schüler. Dann sah ich mir den Vortragsplan an. Den Anfang machte um 16.00 Uhr MEZ Arnold mit den "Bildern aus dem Sonnensystem". Um 18.30 Uhr kam ich mit den Kugelsternhaufen und um 19.00 Uhr MEZ Klaus mit den "Großteleskopen".


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Am Nachmittag an der Sternwarte
© Mario Lehwald


Ich baute meinen Newton zwischen den Sternwarten auf, setzte den Sonnenfilter drauf und stellte die Sonne ein. Anhand des Ausdrucks vom Observatorium Kanzelhöhe wußte ich schon, wo und wieviele Flecken auf der Sonne waren.

Es dauerte nicht lange bis Arnold kam und sagte, daß sein Vortrag jetzt beginnt. Zwei Mitglieder von uns blieben bei den Teleskopen. Ich ging mit rüber in den Vortragsraum und sah mir den schönen Vortrag an, der mit der Sonne begann und die acht Planeten Merkur, Venus, Erde und Mond, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun kurz vorstellte. Danach folgten noch der kleine Pluto, Asteroiden, Kometen und Meteore.


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Arnolds Vortrag über das Sonnensystem
© Mario Lehwald


Eigentlich war für jeden Vortrag eine halbe Stunde eingeplant, aber Arnold hatte es auf fast eine Stunde gebracht... Er sagte am Ende zu mir, daß ich nun hoffentlich nicht böse darüber bin. Als ich zu ihm sagte, daß mein Vortrag ja erst um 17.30 Uhr MEZ anfangen soll, sagte Arnold "ja, das haben wir aber schon". Trotzdem war erstmal eine Pause angesagt, denn zwei Vorträge direkt hintereinander, das geht nicht.


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Am frühen Abend
© Mario Lehwald


So begann ich meinen Vortrag über die Kugelsternhaufen kurz nach 18.00 Uhr MEZ. Am Ende zeigte ich noch einige Bilder und Daten zu dem Planetensystem um den 130 Lichtjahre entfernten Stern HR 8799. Am Ende meines Vortrages bemerkte ich, daß es draußen schon fast dunkel geworden war. Klaus sagte, ich habe jetzt über eine Stunde geredet... Und es war schon nach 19.00 Uhr MEZ!

Meine geplanten Fotos vom Sonnenuntergang und der Abenddämmerung mit Teleskopen und Beobachtern im Vordergrund waren daher gelaufen. Das schöne Wetter hatte mich gnadenlos überfordert! Man konnte nicht alles machen. Also machte ich in der schon recht fortgeschrittenen Abenddämmerung noch einige Aufnahmen, bevor der Autofokus der Kamera nicht mehr scharfstellen konnte.

Gegen 19.30 Uhr MEZ folgte der Vortrag von Klaus, den ich mir ebenfalls ansehen wollte. Er zeigte eine Videoaufnahme zum Thema Großsternwarten, die sehr eindrucksvoll war. Anschließend wurde der Vortragsraum wieder in seinem vorherigen Zustand versetzt, die Geräte abgebaut und die Stühle wieder hochgestellt.


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Abbauen im Vortragsraum und die Abenddämmerung
© Mario Lehwald


Gegen 20.00 Uhr MEZ war der Vortragsraum aufgeräumt und es völlig dunkel. Ich widmete mich noch ein wenig meinem Teleskop und stellte die bekannten offenen Sternhaufen im Fuhrmann ein, h und chi im Perseus und M 35 in den Zwillingen. Anschließend sah ich mir in meinem Teleskop noch einige Sterne an.

Vor 21.00 Uhr MEZ, wie ich noch den Vortragsraum mit aufgeräumt habe, sind noch zwei Besucher gekommen, die sehr interessiert waren und auch nach dem Preis von Teleskopen fragten. Nach 21.30 Uhr MEZ gingen die Besucher und wir waren langsam wieder unter uns. Ich baute mein Teleskop ab und brachte alles ins Fahrzeug zurück.

Der Astronomietag war ein voller Erfolg, auch vom Wetter her, aber es war doch etwas zuviel gewesen. Es wurde vorgeschlagen, das nächste Mal das Programm mehr wetterabhängig zu gestalten, bei schönen Wetter nur einen oder keinen Vortrag zu machen und mehr auf die Teleskopbeobachtungen zu setzen, und bei bedecktem Himmel mehr Vorträge sowie Besichtigungen im Astrokabinett zu machen mit dem Zeigen des Sternenhimmels im Planetarium von Hubert Paulus.

© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
www.andromedagalaxie.de