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24.01.2014
Beobachtung Sternwarte Kronshagen


Ort: Sternwarte Kronshagen
Zeit: 20.15 - 00.15 MEZ
Instrumente: 12-Zoll Meade ACF-SC mit 30,5 cm freier Öffnung und 305 cm Brennweite (f/10) der Sternwarte 2 Kronshagen


Schon am Mittwoch, dem 15. Januar 2014 wurde auf unserem Astronomieabend eine Supernova in M 82 erwähnt, und daß der Himmel am kommenden Freitag klar sein soll.

Am Freitag, dem 24. Januar 2014 war es nachmittags klar und die Sonne schien. Über unsere Mailingliste wurde angekündigt, daß am Abend an der Sternwarte Kronshagen die Supernova in M 82 beobachtet werden soll. Auch gab es noch eine zweite Supernova in der Galaxie NGC 3448 ebenfalls im großen Bären. Der Termin wurde auf 20.15 Uhr festgelegt. Ich bereitete noch einige Karten vor, da ich nach und nach die nahen Roten Zwergsterne beobachten wollte. Da die Galaxie M 82 im Gebiet des großen Bären liegt, suchte ich mir den Stern Struve 2398 im Drachen heraus. Es handelt sich sogar um ein Doppelsternsystem aus zwei roten Zwergen.

Kurz nach 20 Uhr fuhr ich los. Es war recht kalt mit etwa -9 Grad. An der Sternwarte 2 in Kronshagen waren bereits die beiden Michaels und deckten das Teleskop ab. Kurz darauf kam noch jemand hinzu. Als erstes wurde M 82 im großen Bären eingestellt. Die lange zigarrenförmige Galaxie war gut zu sehen und die Supernova sah ich sofort. Auch die anderen sahen die Supernova auf Anhieb. Für ein Vereinsmitglied war es auch die erste Supernova. Dann wurde ihre Helligkeit geschätzt. Es waren zwei Vergleichssterne nahe der Galaxie M 82 im Gesichtsfeld. Der eine hatte 10,0 mag, der andere 10,6 mag. Die Supernova war einen Tick schwächer als der Stern mit 10,6 mag, so daß ihre Helligkeit auf 10,8 mag geschätzt wurde.

Aber es gab noch eine zweite Supernova in der 12,5 mag hellen Galaxie NGC 3448 zu sehen, die mit einer Helligkeit von etwa 14 mag schon schwieriger war. Die Galaxie konnte ich als schwaches Wölkchen im Okular sehen. Aber erst beim indirektem Sehen sah ich die Supernova am Rande dieses schwachen Wölkchens. Nach dem Okulartausch zum Erzielen einer höheren Vergrößerung von 176fach konnte jeder die Supernova direkt sehen. Ihre Helligkeit wurde anhand von Vergleichssternen auf etwa 14 mag geschätzt. Im Gesichtsfeld waren Vergleichssterne bis 14,8 mag zu sehen.

Danach wurde der Eulennebel M 97 eingestellt. Er zeigte sich mir nur als schwaches Wölkchen. Der Himmelshintergrund war schon recht hell, vor allem auch durch die Lichtverschmutzung der nahen Stadt. Anschließend wurde noch versucht, einen schwachen Kometen einzustellen, den wir aber nicht mehr gesehen haben.

Als Abschluß kam noch der hoch in den Zwillingen stehende Jupiter ins Okular. Man sah erstaunlich viele Details und den Großen Roten Fleck. Nur war Jupiter verdammt hell, vor allem nach den vielen schwachen Deep-Sky Objekten! Nach dem Wechsel auf ein Binokular war die Helligkeit deutlich reduziert und uns fielen beim Anblick regelrecht die Augen heraus. Das sah fast so aus wie auf einem Foto...

Nach diesem Erlebnis war es bereits nach Mitternacht. Wir deckten das Teleskop ab und schlossen die Kuppel wieder. Mir waren die Füße nach über 4 Stunden regelrecht eingefroren. Das ausgefallene Abendessen holte ich anschließend in einer Pizzeria nach.

© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
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