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Das Kieler Planetarium


Das Kieler Planetarium heißt jetzt Mediendom und befindet sich bei der Fachhochschule Kiel in Dietrichsdorf am Sokratesplatz. Hier gibt es regelmäßig Veranstaltungen. Die genauen Termine kann man auf der Webseite des Mediendoms nachlesen:

  www.mediendom.de


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Der Mediendom - das jetzige Kieler Planetarium
© Mario Lehwald



Das alte Kieler Planetarium

Bis 2002 war das alte Kieler Planetarium im Gebäude der Fachhochschule Kiel im Knooper Weg 62, gegenüber den Stadtwerken in Betrieb. In den 90er Jahren war ich dort ehrenamtlich tätig und es hängen eine Menge Erinnerungen damit zusammen. Leider habe ich im Foyer des alten Planetariums keine Fotos gemacht, was heute sehr ärgerlich ist....

Erstmals erfahren vom Kieler Planetarium habe ich im Herbst 1988 durch einen damaligen Freund in meiner Ausbildungsgruppe auf der WAK. Ich wollte mich gleich telefonisch mit dem Planetarium in Verbindung setzen. Allerdings hörte ich nur eine Bandansage, daß das Planetarium wegen Asbestsanierung bis auf weiteres geschlossen sei!


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Das Gebäude der alten FH Kiel im Knooper Weg
im September 1992
© Mario Lehwald


Im Sommer 1990 kam ich zur GvA und hatte endlich einen astronomischen Verein gefunden. Auch der Planetariumsleiter Eduard Thomas war damals Mitglied in der GvA. Er erzählte auf unserer Jahreshauptversammlung im Herbst 1992, daß das Planetarium im kommenden Jahr 1993 wieder in Betrieb gehen sollte. Er zeigte uns nach der Jahreshautptversammlung die Kuppel von innen und erwähnte den Förderverein, den viele noch am gleichen Abend, so auch ich, beitraten.

Ab Januar 1993 nahm ich an den Sitzungen der Mitglieder des Fördervereins Kieler Planetarium e. V. teil, die immer am Mittwoch Abend stattfanden, und arbeitete bei den Vorbereitungen für die Inbetriebnahme mit. Am 6. März 1993 ging das Planetarium offiziell wieder in Betrieb. An diesem Tag hatten wir von der GvA einen Infostand unten in der Halle aufgebaut.


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Der Infostand der GvA am 06.03.1993
zur Eröffnung des Kieler Planetariums
© Mario Lehwald


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Der Infostand der GvA am 06.03.1993
mit dem 20 cm Spiegelteleskop des Autors
© Mario Lehwald


Nachdem das Kieler Planetarium wieder in Betrieb genommen war, hielt ich dort oft kleine Vorträge über astronomische Themen im Rahmen der sogenannten Schülerstunde, die immer am Mittwoch Nachmittag stattfand. Oft suchte ich dafür auch Musik heraus, die zum Beginn des Vortrags gespielt wurde.

Zuerst fanden die Shows am Mittwochabend statt. Da wir von der GvA aber ebenfalls unsere Veranstaltungen am Mittwoch Abend hatten, wechselte das Planetarium schließlich auf den Freitagabend. So konnte auch ich die Abendshows des Planetariums sehen, da ich am Mittwoch Abend ja immer bei der GvA tätig war!

Es gab im Kieler Planetarium am Freitagabend verschiedene Shows - wobei die "Reise durch das Weltall" bestimmt die bekannteste war. Auch der "Streifzug durch das Planetensystem" oder der "Sternenhimmel im Urlaub" waren bekannte Veranstaltungen, die ich oft gesehen habe. Jede Show begann mit dem berühmten Sonnenuntergang, zu dem meist die Musik aus "Spiel mir das Lied vom Tod" oder das Thema von "Jurassic Park" gespielt wurde.

Jedesmal wenn ich Zeit hatte, ging ich am Freitagabend ins Planetarium. Oft waren die Shows ausgebucht. Es wurden dann für interessierte Mitglieder des Fördervereins zusätzlich einige Stühle in die Kuppel gestellt. Auch ich saß oft auf einen davon. Manchmal ging das aber nicht mehr. Ich hielt mich dann draußen im Foyer oder im Arbeitsraum auf und unterhielt mich mit anderen Mitgliedern des Fördervereins, die ich kannte, und das waren doch einige.


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Mondaufgang am 28.08.1993
über der Plattform des Kieler Planetariums
© Mario Lehwald


Nach den Veranstaltungen hatten einige Mitglieder des Fördervereins ihre Teleskope draußen auf der Plattform aufgebaut und zeigten interessierten Besuchern den Saturn und helle Objekte des Fixsternenhimmels. Besonders Felix Lühning war sehr mit seinem 75 mm Refraktor daran beteiligt. Da ich am Freitagabend oft im Planetarium war, beteiligte ich mich ebenfalls an diesen Beobachtungen und hatte immer den großen Feldstecher (15 x 80) der GvA samt Stativ dabei; einige Male auch mein 20 cm Spiegelteleskop. Nur war es beim letzteren immer ein Riesenaufwand, die ganzen schweren Teile dort hinaufzuschleppen, da es kein Fahrstuhl gab. Daher genügte mir oft der Feldstecher. Der Himmel war mitten in der Stadt natürlich stark aufgehellt. Trotzdem war damals noch richtig was los und die Besucher an den Teleskopen doch recht zahlreich vertreten.


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Beobachtung nach den Veranstaltungen
Hier das Teleskop von Felix Lühning (75 mm Refraktor) am 30.04.1995
© Mario Lehwald


So konnte ich auch in der GvA ständig über neue Dinge im Kieler Planetarium berichten. Mitte der 90er Jahre gab es sogar hin und wieder einen Vortrag bei der GvA in Zusammenarbeit mit dem Kieler Planetarium, der meist in der Aula der Fachhochschule stattfand. Auch ich hielt einen davon über die "zerfurchte Welt des Planeten Merkur".


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Die Fotowand vor dem Foyer am 27.04.1995
Hier wurde allerhand von der Arbeit im Planetarium gezeigt
© Mario Lehwald


Neben den allgemeinen Planetariumshows gab es in der Kuppel auch Vorträge zu astronomischen Themen, die immer am Montag Abend stattfanden. Diese wurden oft von Mitgliedern des Fördervereins gehalten. Auch ich hielt dort öfter Vorträge über Leuchtende Nachtwolken, Galaxien, den Mond und Grundlagen der Wetterkunde. Dazu nahm ich meist selbst fotografierte Dias und öfter auch Musik. Zur Vorbereitung wurde kurz vor dem Vortrag ein spezieller Termin angesetzt, wo der gesamte Ablauf mit dem für diesen Vortrag zuständigen Techniker in der Kuppel durchgesprochen und die Dias richtig in die Rundmagazine einsortiert wurden. Auch die Vorträge begannen mit dem berühmten Sonnenuntergang und dem "astronomischen Existenzminimum", also das Zeigen des Sternbildes großer Wagen am Planetariumshimmel! Später wurden diese Vorträge auf den Donnerstag verlegt.

Das Kieler Planetarium war zwar ein Kleinplanetarium, aber technisch wirklich sehr gut ausgestattet. Der Steuertisch war gefüllt mit Tastaturen und Bildschirmen von mehreren PC's, den Steuertastaturen für die Diaprojektoren, der Stereoanlage und natürlich dem eigentlichen Steuerpult für den Planetariumsprojektor. Ende der 90er Jahre folgte noch eine Allsky-Projektion. Mit dieser konnten astronomische Objekte und auch andere Dinge an die gesamte Kuppel projiziert werden was einen gigantischen Eindruck ergab!

Leider habe ich nie Fotos im Kuppelraum von der Technik und im Foyer gemacht. Allerdings gibt es noch einige Aufnahmen mit einer 8 mm Videocamera von der ADP-Tagung im Mai 1995. Von dieser habe ich einige Fotos abgegriffen:


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Im Foyer (Mai 1995)
© Mario Lehwald


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Im Kuppelraum (Mai 1995)
© Mario Lehwald


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Das Steuerpult im Kuppelraum (Mai 1995)
© Mario Lehwald


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Diaprojektoren im Kuppelraum (Mai 1995)
© Mario Lehwald


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Ausstellung im Foyer (Mai 1995)
© Mario Lehwald


Im Foyer gab es einige Schaukästen, in den Planetenzeichnungen und Astrofotos von den Mitgliedern des Fördervereins sowie einige andere astronomische Informationen ausgehängt waren. Auch verschiedene Globen und Modelle waren dort zu finden, z. B. eine Planetenwaage, die das Gewicht einer Person auf den einzelnen Planeten des Sonnensystems anzeigte.



Der heutige Mediendom

Im Jahr 2002 ist das Planetarium schließlich umgezogen auf das Ostufer, in ein neues Gebäude bei der neuen Fachhochschule Kiel am Sokratesplatz. Die Kuppel dort ist viel größer als die alte im Knooper Weg. Allerdings ist es genau genommen kein Planetarium mehr, sondern ein Mediendom. Das Kernstück ist das System Digistar 3. Bilder und Animationen sind rein digital und müssen per Programmierung in dieses System eingebunden werden. Mit der modernen Videoprojektion lassen sich Bilder und Filme auf die gesamte Kuppel projeszieren, so daß man den Eindruck bekommt mitten im Geschehen zu sein.

Ein Nachteil der modernen Anlage ist aber, daß man dort nicht mehr so einfach arbeiten kann wie im alten Planetarium im Knooper Weg. Damals konnte man für seine Vorträge noch selber die Dias aussuchen und einsortieren, während heute alle Bilder und die Zeitabläufe in das System einprogrammiert werden müssen, was nur wenige Mitglieder des Arbeitskreises können. Dias gibt es im Mediendom auch gar nicht mehr.

Für mich ist der Weg zum Ostufer allerdings viel weiter als damals zum Knooper Weg. Daher hat meine Mitarbeit dort abgenommen, nicht zuletzt auch wegen meinen Aktivitäten an der Sternwarte Kronshagen. Trotzdem sehe ich mir die ein oder andere Show im Mediendom immer noch gerne an. Die Qualität der Projektionen ist wirklich eindrucksvoll. Wenn es die Zeit erlaubt und sich Möglichkeit ergibt, werde ich im Mediendom auch mal wieder einen Vortrag anbieten.

© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
www.andromedagalaxie.de