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Ausrüstung - was braucht man?


Schon mit einem Feldstecher kann man auf dem Mond viele Einzelheiten grob erkennen. Dazu sollte dieser unbedingt auf einem Stativ fest montiert sein, da ein fest aufgestelltes Glas erheblich mehr Einzelheiten zeigt! Besonders lohnenswert ist ein Feldstecher mit einer zehnfachen Vergrößerung oder höher.


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Schon mit einem Feldstecher,
der auf ein Stativ montiert ist, kann man viele grobe Einzelheiten auf dem Mond sehen!
© Mario Lehwald



Welches Teleskop?

Ernsthafte Mondbeobachtung erfordert ein astronomisches Teleskop. Schon ein kleines Teleskop mit 6 bis 8 cm Objektivdurchmesser zeigt derart viele Einzelheiten, daß man jahrelang beschäftigt sein wird, um sie alle genau kennenzulernen!

Grundsätzlich ist jedes Teleskop zur Mondbeobachtung geeignet. Die einzelnen Teleskoptypen habe ich hier beschrieben.

Wichtig ist, und das gilt für alle astronomischen Beobachtungen, nicht die höchstmögliche Vergrößerung, sondern der Durchmesser des Objektivs! Er alleine bestimmt (neben der Luftunruhe), wie viele Einzelheiten man noch sehen kann. Je größer der Durchmesser des Objektivs, desto besser, aber desto größer und teurer wird auch das Teleskop. Hier spielen vor allem der Geldbeutel und die Möglichkeiten der Aufstellung eine Rolle, denn große Teleskope brauchen auch eine massive Montierung!

Die beste Bildqualität bei Mond- und Planetenbeobachtungen bringen Refraktoren (Linsenteleskope) oder Schiefspiegler. Diese Geräte sind allerdings auch recht groß und teuer und brauchen massive Montierungen. Kleinere Refraktoren mit einem Durchmesser von 8 cm sind ideale Anfängerteleskope, wenn man bevorzugt Mond und Planeten beobachten möchte. Refraktoren mit einem Durchmesser von über 10 cm sind dagegen bereits so groß, daß sie kaum noch transportabel sind und in einer Sternwarte untergebracht werden müssen.

Wesentlich handlicher sind die Schmidt-Cassegrain-Systeme. Sie habe eine deutlich kürzere Baulänge als gleichgroße Refraktoren oder Schiefspiegler, und sind auch noch bei einem Durchmesser von 20 cm transportabel.

Spiegelteleskope nach Newton haben eine etwas schlechtere Bildqualität als gleichgroße Refraktoren oder Schiefspiegler. Dafür sind sie aber erheblich billiger und haben eine größere Öffnung als kleine Refraktoren. Ein Spiegelteleskop mit einem Durchmesser von 15 cm ist heute gebraucht schon recht günstig zu haben und ebenfalls ein ideales Anfängerteleskop.

Für die Mondbeobachtung ist eine parallaktische Montierung mit Nachführung empfehlenswert. So braucht besonders bei hohen Vergrößerungen das Teleskop nicht dauernd nachgestellt werden, weil der Mond immer wieder durch die Erddrehung aus dem Gesichtsfeld wandert.


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Auch mit einem 8-Zoll Dobson
kann man den Mond gut beobachten, so wie es der Autor dieser Seite macht!
© Mario Lehwald


Ich besitze selber ein Spiegelteleskop nach Newton mit 20 cm Öffnung und 1200 Millimeter Brennweite, das allerdings ohne Nachführung als Dobson montiert ist. Da ich auch schwache Nebelobjekte außerhalb der Stadt unter dunklem Himmel beobachte, ist dieses Fernrohr mit einem Öffnungsverhältnis von 1 zu 6 ein gutes Allroundinstrument, mit dem ich auch oft den Mond beobachte.



Filter

Besonders das Licht des zunehmenden Mondes nach dem ersten bzw. des abnehmenden Mondes vor dem letzten Viertel kann für das Auge oft sehr hell und unangenehm sein. Das gilt natürlich erst Recht für größere Teleskope und vor allem bei Vollmond. In diesem Fall sollte man einen starken Graufilter vor das Okular schrauben. Weiterhin gibt es auch doppelte Polarisationsfilter, deren Helligkeit man durch Verdrehen eines der Filter regulieren kann.



Literatur und Software

Weiterhin sollte unbedingt auch ein guter Mondatlas vorhanden sein! Es gibt leider nicht (mehr) viele davon. Sehr gut ist aber der Mondatlas von A. Rükl aus dem Dausienverlag. Zum Einstieg ist auch der Kosmos-Mondführer gut geeignet. Gute Mondbücher findet man unter Literatur. Auch Mondgloben sind sehr schön, besonders zur Übersicht und als Zimmerschmuck. Karten und Atlanten sind in der Regel aber wesentlich genauer!

Weiterhin gibt es ein sehr tolles Freewareprogramm zum Mond - Virtual Moon Atlas! Es zeigt viele Daten wie die momentane Phase, Mondalter, Libration, Entfernung sowie Auf- und Untergang für das aktuelle sowie auch jedes andere einstellbare Datum an. Auf einer Karte, in die man tief hineinzoomen kann, lassen sich die Namen vieler Oberflächenformationen wie Krater, Rillen, Gebirge usw. anzeigen. Zu jeder Formation kann man Bilder anzeigen lassen, die von den Mondsonden, den Apollomissionen oder der Clementine Mission aufgenommen wurden. In gleicher Weise wie die Vorderseite läßt sich auch die Mondrückseite darstellen. Jeder Nichtastronaut kann mit diesem Programm also den Mond komplett umfliegen!


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Das Freewareprogramm Virtual Moon Atlas

© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
www.andromedagalaxie.de