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Hyperriese


Ein Hyperriese ist eine sehr seltene Klasse von Sternen, von denen man heute nur wenige kennt. Hyperriesen haben eine gewaltige Größe, Masse und Leuchtkraft. Sie haben die Leuchtkraftklasse 0. Ihre Leuchtkraft ist einige 100.000mal bis einige Millionenmal höher als die der Sonne! Ihre Oberflächentemperaturen schwanken dagegen in einem Bereich von 3.500 bis 35.000 Kelvin. Diese Sterne leben nur 1 bis 2 Millionen Jahre und sind im Innern auch nicht richtig stabil.

Hyperriesen haben bis zu 100 mal mehr Masse als die Sonne und reichen damit an die sogenannte Eddington-Grenze heran. Mit Eddington-Grenze bezeichnet man eine Grenze für die Leuchtkraft. Die Leuchtkraft nimmt ja bekanntlich mit der Masse eines Sterns zu. Oberhalb der Eddington-Grenze erzeugt ein Stern soviel Strahlung, daß er durch den Strahlungsdruck auseinandergetrieben wird.

Es gibt blaue, gelbe und rote Hyperriesen. Beispiele für Rote Hyperriesen sind RW Cephei oder VY Canis Maioris. Beispiel für einen Blauen Hyperriesen ist Zeta-1 Scorpii.

Gelbe Hyperriesen sind extrem selten. Man kennt nur wenige in der Milchstraße. Vermutlich sind es große und massereiche Sterne, die sich an ihrem Lebensende zu einem Hyperriesen umwandeln. Ein Beispiel für einen gelben Hyperriesen ist Rho Cassiopeiae oder V 509 Cassiopeiae.


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Der Hyperriese Rho Cassiopeiae
im Vergleich zur Sonne
© Mario Lehwald


Es ist nicht ganz klar, in welchem Entwicklungsstadium sich die Gelben Hyperriesen befinden. Entweder sind es massive Sterne, die sich an ihrem Lebensende abkühlen und sich ausdehnen, oder es sind die Nachfolger Roter Riesen, die sich auf dem Weg zu einem Leuchtkräftigen Blauen Veränderlichen befinden.

Ein weiterer Hyperriese ist der Stern R136a1 nahe des Zentrums im Tarantelnebel in der großen Magellanschen Wolke. Er befindet sich in dem Sternhaufen R136 und ist mit etwa 260 Sonnenmassen der massivste Stern, den man kennt. Mehr Masse kann ein Stern auch kaum haben, weil der Strahlungsdruck dann so hoch wird, daß er seine äußeren Schichten abstößt und der Stern nicht mehr stabil wäre. R136a1 hat eine Oberflächentemperatur von 40.000 Kelvin und leuchtet 10 Millionenmal so hell wie die Sonne!

Hyperriesen werden nicht wie die anderen Sterne zu roten Riesen, sondern haben kurz vor ihrem Lebensende eine Phase als Leuchtkräftige Blaue Veränderliche Sterne, die einige 10.000 Jahre dauert.

Nach ihrem kurzen Leben explodieren Hyperriesen rasch zu einer Supernova oder sogar als Hypernova. Eine Hypernova ist aber bis jetzt nur ein theoretischer Fall, da noch keine beobachtet oder nachgewiesen wurde. Bei einer Hypernova kollabiert der Sternkern direkt zu einem Schwarzen Loch.

© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
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