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09.12.1992
Totale Mondfinsternis


Ort: Sternwarte Kronshagen
Zeit: 22.30 - 01.30 MEZ
Instrumente: 20 cm Newton f=1200 mm auf Regulus-Montierung
Okulare: 40 mm Ortho (30 x), 12.5 mm Ortho (96 x) und 6 mm Ortho (200 x)
Kamera: Revue SC 3 und Pentax P 30


Die totale Mondfinsternis vom 9. Dezember 1992 konnte aufgrund des klaren und kalten Wetters in ihrer vollen Länge beobachtet werden. Ich verbrachte diesen Abend an der Sternwarte Kronshagen zusammen mit den Mitgliedern der GvA Gruppe Kiel.

Auch an diesem Abend bot die Kieler GvA einen Beobachtungsabend zur totalen Mondfinsternis an. Das Wetter war frostig und klar, also gute Bedingungen! Ich nahm mein 20 cm Spiegelteleskop und fuhr damit am Abend zur Sternwarte Kronshagen. Ich plante auch einige Fotos durch das große Spiegelteleskop zu machen und so nahm ich auch die Spiegelreflexkamera mit.

Auf dem Rasen bei der Sternwarte baute ich dann mein Fernrohr auf. Auch andere Sternfreunde waren schon da und bauten ihre Teleskope auf. Dann stellte ich den Vollmond ein - ein schönes scharfes Bild! Besonders eindrucksvoll kann man bei Vollmond die hellen Strahlen beobachten, die besonders von dem Krater Tycho ausgehen und sich über die halbe Mondoberfläche ziehen.

Gegen 23 Uhr trat der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Mittlerweile waren eine Menge interessierter Besucher erschienen. Auch um mein Fernrohr herum standen einige denen ich dieses faszinierende Naturschauspiel in meinem Okular zeigte. Zwischendurch nahm ich das Okular immer wieder heraus und steckte meinen Kameraadapter mit der Kamera in den Okularauszug, um die geplanten Fotos zu machen. Dabei konnte ich auch noch erklären wie solche Aufnahmen gemacht werden.

Der Mond verdunkelte sich immer weiter, bis er kurz nach Mitternacht völlig im Kernschatten der Erde verschwunden war. Uns fiel auf, daß diese Finsternis besonders dunkel ist; der Mond war gegen 0.45 Uhr, zur Zeit der Finsternismitte, kaum zu sehen gewesen! Ebenfalls besonders eindrucksvoll war nun der Sternenhimmel! Während man vorher im Licht des Vollmondes einen aufgehellten Himmel und nur die hellsten Sterne sehen konnte, erhob sich nun eine wahre Sternenpracht über das Gelände der Sternwarte Kronshagen. Sogar die Milchstraße war deutlich zu sehen gewesen. Wie einer der Mitglieder sagte war es ein richtiges Naturereignis!

Gegen 1.20 Uhr trat der Mond langsam aus dem Kernschatten der Erde aus und es wurde wieder heller am Himmel. Wir bauten jetzt langsam unsere Teleskope ab, da einige bei den frostigen Temperaturen schon ziemlich durchgefroren waren. Es war auf jeden Fall mal wieder ein eindrucksvolles Naturschauspiel, das man in voller Länge beobachten konnte.


mofi_19921209a.jpg

23.25 MEZ mit Pentax P 30 am 20-cm Newton f6 fokal
1/125 Sekunde auf Agfa CT 100
© Mario Lehwald


mofi_19921209b.jpg

00.30 MEZ mit Revue SC 3 am 20-cm Newton f6 fokal
12 Sekunden auf Agfa RS 1000
© Mario Lehwald

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