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15.02.2012
Beobachtungsabend Sternwarte Kronshagen


Ort: Sternwarte Kronshagen
Zeit: 19.00 - 23.00 MEZ
Instrumente: 20 cm Newton (Dobson) f=1200 mm


Am 15. Februar 2012 war es tagsüber sonnig und klar. Gerade war eine längere Dauerfrostperiode zu Ende gegangen, so daß die Temperaturen am Tage etwas über Null Grad angestiegen waren. Das Satellitenbild zeigte eine schmale Wolkenlücke, die von Skandinavien über Schleswig-Holstein bis nach Niedersachsen reichte. Diese blieb fast an Ort und Stelle und der folgende Abend sollte klar werden. Zufällig war es auch noch Mittwoch, an dem immer im Winterhalbjahr unsere Astronomieabende an der Sternwarte Kronshagen stattfinden!

Da ich die letzten Mittwochabende nicht an der Sternwarte war, wollte ich dieses Mal wieder hin. Und da der Himmel auch noch klar bleiben sollte, überlegte ich, daß man dieses Mal auch gleich das Teleskop, den 20 cm Newton mitnehmen könnte, da ich auch schon etwas länger nicht mehr damit beobachtet habe.

Also nahm ich am späten Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang den Unterbau des Dobsons und lud ihn in das Fahrzeug ein. Um 20.00 Uhr war Beginn des Beobachtungsabends, und so rief ich erstmal bei Hubert Paulus an, erfuhr dann aber, daß er schon an der Sternwarte sei, um dort eine Schulklasse für eine kleine Führung im Astrokabinett zu empfangen. Ich entschied mich, ebenfalls etwas früher zur Sternwarte zu fahren.

Ich hatte zwar astronomisch schon etwas länger nichts mehr gemacht, aber an Himmelsobjekten mangelte es trotzdem nicht! Auf jeden Fall wollte ich mir den Polarstern mal wieder ansehen, mit seinem 8,4 mag schwachen und etwa 18 Bogensekunden entfernten Begleitstern. Eventuell sind auch Besucher da, und vielleicht schauen auch einige der Schüler durch mein Teleksop, und so wollte ich auch einige genauere Infos zu diesem Stern geben können. Daher sah ich mir nochmal kurz die Unterlagen zum Polarstern an, druckte einige Seiten aus und packte sie mit ein. Dann nahm ich den großen Tubus und den Koffer mit dem optischen Zubehör und lud diese Teile ebenfalls ein. Die paar Grad Plus kamen mir nach der Frostperiode zwar recht mild vor, aber trotzdem nahm ich die Winterausrüstung der vergangenen Tage mit, also Handschuhe und Mütze. Dann ging es kurz vor 19 Uhr los zur Sternwarte.

Da das Tor auf dem Weg zur Sternwarte offen war, konnte ich gleich durchfahren bis zum Ende. Die erwähnte Schulklasse befand sich noch im Astrokabinett, so daß ich erstmal mein Teleskop auslud und es auf dem Rasen zwischen den beiden Sternwarten aufbaute. Anschließend war die Führung für die Schulklasse zu Ende. Die Schüler gingen und ich hielt mich noch eine Zeit im Astrokabinett bei Hubert Paulus auf. Nach und nach kamen die Mitglieder von uns und wir gingen kurze Zeit später raus zum Beobachten.

Im Westen strahlte Venus und höher im Südwesten Jupiter. Zuerst stellte ich an meinem Teleskop wie geplant den Polarstern ein. Der Anblick des schwachen Begleiters dicht neben dem Hauptstern ist immer wieder faszinierend. Im Süden hatte nun das Wintersternbild Orion seinen Höchststand erreicht und strahlte dort mit seinen vielen Sternen. So ging der Blick zum Orionnebel M 42. Da ich dieses Mal den ganzen Koffer mit dem optischen Zubehör dabei hatte, setzte ich noch den Nebelfilter vor das 12,5 mm Okular, was den Nebel viel deutlicher hervortreten ließ. Auch das aus vier Sternen gebildete Trapez im Orionnebel war gut zu sehen. Mittlerweile waren auch einige Besucher anwesend, von denen der eine oder andere ebenfalls durch mein Teleskop blickten.

Im Zenit stand der Fuhrmann, und so nahm ich mir wieder schönen offenen Sternhaufen M 36, M 37 und M 38 vor, die alle drei schon im 7x50 Sucher als neblige Flecken erschienen und bei etwa 100facher Vergrößerung einen schönen Anblick boten. Danach folgte gleich M 35 in den Zwillingen. Und wenn man sich schon alle der schönsten offenen Sternhaufen des Winterhimmels ansieht, müssen natürlich auch die Plejaden im Stier sowie h und chi im Perseus mit an die Reihe!

Anschließend ging der Blick vom Perseus Richtung Andromeda, und da ist natürlich der bekannte Andromedanebel ein Muß. Wie immer, sah man hier den hellen Kern dieser Spiralagalaxie sowie den Begleiter M 32. M 110 konnte ich nicht erkennen, weil der Himmel am Rand von Kronshagen zwar schon viel besser als in Kiel, aber dennoch recht aufgehellt ist.

Da wir gerade bei der Andromeda waren, fiel mir noch etwas ein. War nicht der linke Stern der Andromedakette, Alamak, ein Doppelstern? Ich stellte ihn in meinem 20 cm Newton ein und sah zwei dicht beeinanderliegende Sterne, die dazu noch in den Farben orange und blau leuchteten! Ihr Winkelabstand beträgt knappe 10 Bogensekunden. Der Hauptstern ist ein Roter Riese, der Begleiter ist wiederum doppelt: Er besteht aus zwei Hauptreihensternen der Spektralklasse B. Mit einem scheinbaren Abstand von unter 1 Bogensekunde sind sie im 20 cm Teleskop nicht getrennt zu sehen. Zumindest wieder ein schöner Doppelstern, den man auch im Standardprogramm für Besucher immer zeigen kann!

Ich fragte daraufhin Hubert Paulus, ob wir diesen Doppelstern nochmal in seinem 15 cm Refraktor in der Sternwarte 1 einstellen können, was kurz darauf gegen 21.30 Uhr geschah. Der Refraktor bildete die zwei eng beeinander liegenden Sterne etwas schärfer ab, dennoch erschien mir die Farbwiedergabe der beiden Sterne nicht ganz so klar und rein wie bei meinem 20 cm Newton.

Nachdem wir den Doppelstern gesehen haben, machte Hubert die Sternwarte 1 zu und beendete die Beobachtung. Auch die Besucher waren schon fast alle gegangen und ich baute mein Teleskop ebenfalls langsam ab. Nachdem ich den Tubus zurück ins Fahrzeug gebracht hatte, schaute ich noch einige Objekte wie den Orionnebel, h und chi im Perseus, M 36, M 37 und M 38 im Fuhrmann, den Polarstern sowie den Doppelstern Alamak in der Andromeda durch den 12 Zoll Dobson eines noch recht neuen Mitglieds. Da ich diese Objekte alle gut kenne, stellte ich ihm diese an seinem Teleskop ein.

Kurz vor 23 Uhr beendeten wir die Beobachtung. Der Orion war schon ein ganzes Stück Richtung Südwesten gewandert und strahlte am immer noch klarem Wintersternenhimmel.

© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
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