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Wilhelm Gliese


Wegen ihrer geringen Leuchtkraft sind Rote Zwerge nur in sonnennaher Umgebung beobachtbar. Schon Willem Jacob Luyten (1899 - 1994) war aufgefallen, daß die Verteilung der Sterne nicht gleichmäßig ist, und das es in der Umgebung der Sonne bis in einer Entfernung von 10 Parsec keine Roten Riesen und nur vier Sterne gibt, die heller als die Sonne leuchten. Überraschenderweise haben 99 Prozent aller mit bloßem Auge sichtbaren Sterne eine höhere Leuchtkraft als die Sonne.

Die bis jetzt vollständigste Sammlung Roter Zwerge ist der Katalog von Wilhelm Gliese in der neuesten Version von 1991. Er enthält etwa 3800 Sterne bis in eine Entfernung von 25 Parsec (83 Lichtjahre). Die meisten Sterne davon sind Rote Zwerge.

Wilhelm Gliese (1915 - 1993) begann sich im Jahr 1951 aufgrund einer Anregung von Prof. P. van de Kamp mit den sonnenahen Sternen zu beschäftigen. Er erweiterte die bekannten Daten sonnennaher Sterne von 5 auf 20 Parsec und sammelte spektroskopische und photometrische Daten. 1957 erschien sein erster Katalog sonnennaher Sterne bis in eine Entfernung von 20 Parsec. Im Jahr 1969 erschien die zweite Ausgabe, in der die Entfernung auf 22 Parsec erweitert wurde. Eine vorläufige dritte Ausgabe, in der die Entfernung auf 25 Parsec erweitert wurde, folgte 1991. Die endgültige Ausgabe konnte er jedoch nach seinem Tod im Jahr 1993 nicht mehr miterleben.

Gliese wies darauf hin, daß wir von den Roten Zwergen ab der Spektralklasse M5.5 und den späteren Typen erst ganz wenige Vertreter kennen. Der Gliese Katalog von 1991 enthält insgesamt 42 Rote Zwerge der Spektralklasse ab M5.5; darunter sind nur ganz wenige der Spektralklassen M8 und M9.



Hertzsprung-Russell-Diagramm naher Sterne

Im Gliese-Katalog von 1991 sind 2.758 Sterne enthalten, deren Spektralklasse genau (mit Unterklasse) angegeben ist. Diese Sterne habe ich mit Hilfe von Excel in ein Hertzsprung-Russel Diagramm eingetragen. Dazu mußten die Buchstaben der Spektralklassen zunächst in Nummern umgewandelt werden: O=0, B=1, A=2, F=3, G=4, K=5, M=6. Dahinter folgt die Nummer der Unterklasse. Die Spektralklasse A2 hat demnach die Nummer 22. Die absolute Helligkeit, die auf der vertikalen Achse aufgetragen wird, ist im Gliese-Katalog zu jedem Stern angegeben. Das Ergebnis sieht so aus:


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Hertzsprung-Russell-Diagramm 2.758 naher Sterne
© Mario Lehwald


Die meisten Sterne befinden sich auf einem Streifen, der quer durch das Diagramm verläuft. Das ist die Hauptreihe. Deutlich erkennbar ist eine starke Ansammlung von Sternen im Bereich der Spektralklasse von K bis M. Das sind die Roten Zwerge. Auffällig ist auch eine breite Streuung der Sterne im Bereich der Hauptreihe.

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