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Merkur


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Der sonnennahe Merkur ist im Mittel 58 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt und aufgrund seiner Sonnenähe schwierig zu beobachten. Merkur kreist genau wie die Venus innerhalb der Erdbahn um die Sonne. Wir sehen also von der Erde fast seitlich auf die Merkurbahn. Merkur kann sich maximal 28 Grad von der Sonne entfernen. Diese größten Winkelabstände nennt man Elongation.

Nur zu den Zeiten der Elongationen ist Merkur weit genug von der Sonne entfernt, um ihn beobachten zu können. Entweder zum Zeitpunkt der östlichen Elongation abends kurz nach Sonnenuntergang tief am Westhimmel oder zur Zeit der östlichen Elongation morgens kurz vor Sonnenaufgang tief am Osthimmel.

Merkurs Bahnebene ist um etwa 7 Grad gegenüber der Erdbahn geneigt. Daher wandert Merkur zum Zeitpunkt der Konjuktionen am Himmel meist ober- oder unterhalb der Sonne vorbei. Manchmal wandert Merkur zum Zeitpunkt der oberen Konjunktion jedoch vor der Sonnenscheibe vorbei. Bei solch einem Merkurdurchgang zeigt sich Merkur im Teleskop als winziges schwarzes Scheibchen vor der Sonne. Um solch ein Ereignis gefahrlos zu beobachten, braucht man ein Teleskop mit einem speziellen Sonnenfilter.


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Die Bahn des Merkur von der Erde aus gesehen
© Mario Lehwald


Für eine günstige Morgen- oder Abendsichtbarkeit des Merkur ist nicht nur der maximale Winkelabstand von der Sonne ausschlaggebend, sondern auch die Neigung der Ekliptik. Verläuft die Eklitpik zum Zeitpunkt der östlichen Elongation abends nur sehr flach zum Horizont, erreicht Merkur trotz eines großen Winkelabstandes zur Sonne nur eine geringe Höhe über dem Horizont wie es das folgende Bild zeigt.


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Verläuft die Ekliptik flach zum Horizont
erreicht Merkur trotz eines großen Winkelabstandes zu Sonne
nur eine geringe Höhe am Himmel

© Mario Lehwald


Verläuft die Ekliptik dagegen zum Zeitpunkt der östlichen Elongation abends steil zum Horizont, erreicht Merkur auch eine größere Höhe über dem Horizont. Dies ist z. B. im Frühling der Fall, so daß Merkur zum Zeitpunkt der größten östlichen Elongation im Frühling am Abendhimmel am besten beobachtet werden kann.


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Verläuft die Ekliptik steil zum Horizont
erreicht Merkur auch eine größere Höhe am Himmel

© Mario Lehwald


Im Teleskop zeigt Merkur Phasen wie der Mond. Allerdings ist das Bild aufgrund seiner tiefen Stellung und der damit verbundenen Luftunruhe meist sehr schlecht. Wenn man ein genau ausgerichtetes Teleskop mit Teilkreisen oder Computersteuerung hat, läßt sich Merkur auch am Taghimmel einstellen. Wegen der Sonnennähe ist hier aber Vorsicht angebracht! Mit sehr großen Teleskopen zeigen sich auf Merkur einige schwache Schattierungen.

Erst die Raumsonde Mariner 10 konnte Merkur aus der Nähe fotografieren. Dabei zeigte sich, daß Merkur eine mondähnliche Oberfläche hat. Krater, riesige Becken sowie viele Risse und Spalten gestalten die Landschaft des Merkur. Zugleich herrschen auf seiner Oberfläche sehr große Temperaturschwankungen: Tagsüber wird es dort bis zu 430 Grad warm, während es in der Nacht auf unter -130 Grad herunter geht! Weiterhin fand Mariner 10 auch ein schwaches Magnetfeld.


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Merkur am 17.02.1993 um 18.48 MEZ
aufgenommen von der Levensauer Hochbrücke
© Mario Lehwald

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