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Roter Zwerg


Ein Roter Zwerg ist ein Hauptreihenstern der Spektralklasse M. Der Begriff Roter Zwerg ist allerdings nicht exakt definiert. Manchmal werden auch Hauptreihensterne der Spektralklassen K5 bis K9 als Rote Zwerge bezeichnet. Andere Begriffe sind Rote Hauptreihensterne oder M-Zwerge.

Rote Zwerge haben nur 0,08 bis 0,6 Sonnenmassen und sind erheblich kleiner wie die Sonne. Sie strahlen Licht überwiegend im roten und infraroten Bereich ab und leuchten daher rötlich. Wegen ihrer geringen Größe und ihrer niedrigen Oberflächentemperaturen von 2.200 bis 3.800 Kelvin leuchten sie nur sehr schwach und gehören der Leuchtkraftklasse V an. Es gibt keinen roten Zwerg am Himmel, den man mit dem bloßem Auge sehen kann.


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Ein Roter Zwerg aus der Nähe gesehen
© Mario Lehwald


Im Gegensatz zu Sternen mit größerer Masse findet bei Roten Zwergen der Energietransport im Innern überwiegend durch Konvektion und nicht durch Strahlung statt.

Da die Kernfusion von Wasserstoff zu Helium bei den Roten Zwergen nur langsam stattfindet, haben sie eine sehr lange Lebensdauer von 20 Milliarden bis 1 Billion Jahre. Da Rote Zwerge so lange leben, und immer wieder neue entstehen, ist ihre Anzahl groß. Etwa 70 Prozent aller Sterne der Milchstraße sind Rote Zwerge. Wegen ihrer geringen Helligkeit sind sie aber schwer und nur in Sonnennähe zu beobachten.

Rote Zwerge sind im Innern nicht mehr richtig stabil. Daher zeigen viele von ihnen eine hohe koronale Aktivität und es kommt in unregelmäßigen Zeitabständen zu starken Strahlungsausbrüchen, den sogenannten Flares.

Rote Zwerge, die Flare-Ausbrüche zeigen, werden unter den Veränderlichen Sternen als UV-Ceti Sterne bezeichnet. Bei Angabe der Spektralklasse wird am Ende ein kleines e angefügt (Emissionslinien durch Flare-Aktivität). Auch sind Rote Zwerge von Flecken bedeckt, ähnlich den Sonnenflecken.

Ist bei einem Roten Zwerg der Wasserstoff fast verbraucht, schrumpft der Stern langsam. Wegen der geringen Masse reicht die Temperaturzunahme im Kern aber nicht aus, um die Heliumfusion zu zünden. Daher werden Rote Zwerge an ihrem Lebensende nicht zu Roten Riesen. Stattdessen kollabieren sie zu Weißen Zwergen, die überwiegend aus Helium bestehen und kaum aus schwereren Elementen.

Da Rote Zwerge zu meinen speziellen astronomischen Interessen gehören, habe ich über sie weitergehende Informationen zusammengestellt:

© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
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